, Gautschi Nikoletta

Gospel Gottesdienst

Ein bewegender Gospel-Gottesdienst voller Geschichte, Glaube und Musik

Im Gottesdienst vom 12. April 2026 erzählte uns Pfarrer Hubertus Kuhns eindrücklich die Geschichte hinter den Gospels und ihre enge Verbindung zu der Zeit der Sklaverei.

Eins der ältesten Lieder, „Amazing Grace“ wurde Ende XVIII. Jahrhundert von John Newton geschrieben, einem ehemaligen Sklavenhändler, der nach einer lebenseinschneidenden Erfahrung Christ wurde, seine Schuld erkannte und sich später gegen die Sklaverei einsetzte.

Die Sklaverei war ein grausames System, von dem auch Europa und die Schweiz indirekt profitierten. Millionen Afrikaner wurden verschleppt, misshandelt und zur Arbeit gezwungen. Trotz dieser Unterdrückung bewahrten die Versklavten Teile ihrer Kultur, besonders ihre Musik. Daraus entstanden Gospels, die Hoffnung, Trost und Widerstand ausdrückten.

Diese Lieder hatten oft doppelte Bedeutungen: Sie stärkten den Glauben und enthielten gleichzeitig geheime Hinweise zur Flucht (z. B. über die Underground Railroad, "Wade in the Water"). Der christliche Glaube wurde für viele Unterdrückte zu einer Quelle von Hoffnung und Befreiung ("O Freedom").

Auch nach der Abschaffung der Sklaverei blieb der Kampf für Gleichberechtigung bestehen. Gospels spielten weiterhin eine wichtige Rolle, etwa in der Bürgerrechtsbewegung. Sie sind bis heute Ausdruck von Glauben, Hoffnung und Widerstand gegen Ungerechtigkeit.

Die zentrale Botschaft: Gottes Gnade gilt allen Menschen, und der Glaube kann Kraft geben, sich gegen Unrecht zu stellen und für Freiheit einzutreten.

Als Chor durften wir diese bewegenden Lieder selbst singen und so die Botschaft nicht nur hören, sondern auch musikalisch miterleben.

Die Predigt wie auch die Melodien gingen vielen unter die Haut und schufen eine besondere Atmosphäre, mit ausgelassenem Klatschen und Mittanzen. Man spürte, wie sehr alle Beteiligten von der Thematik und der Kraft der Musik bewegt waren– ein berührender Anlass, der in einer mitreissenden Zugabe seinen Höhepunkt fand.